
Nimmt KI uns die Arbeitsplätze weg? Prof. Dr. Thomas Bippes ist anderer Meinung. Hier stellt er fünf Thesen für eine Arbeitswelt im KI-Zeitalter vor.
Nimmt KI uns die Arbeitsplätze weg? Prof. Dr. Thomas Bippes ist anderer Meinung. Hier stellt er fünf Thesen für eine Arbeitswelt im KI-Zeitalter vor.

Wenn wir über Künstliche Intelligenz (KI) sprechen, dann wird oft das Bild von Maschinen gezeichnet, die Menschen ihre Jobs wegnehmen. Schlagzeilen warnen vor dem Aus für viele Tätigkeiten und verunsichern, auch weil KI in immer mehr Bereichen heute schon erstaunlich gute Ergebnisse liefert. Doch: Angst ist kein guter Begleiter für Innovation. Meine eigene Erfahrung zeigt: Jeder Schritt der Digitalisierung – vom Siegeszug des PCs und Internets bis zur Automatisierung – hat nicht das Ende der Arbeit gebracht, sondern sie verändert, Stück für Stück neu geformt. Mit mehr Vielfalt, neuen Aufgaben, neuen Berufen und oft auch mehr Verantwortung und Kreativität.
Es sind vor allem Routinetätigkeiten, die nach und nach verschwinden. Neue Aufgaben entstehen im Bereich Online-Kommunikation, Social Media, Content Management oder Digital Relations. Warum KI nicht das Ende, sondern der Beginn einer neuen Arbeitswelt ist:
Zahlreiche Studien zeigen: Automatisierung und KI ersetzen einzelne Tätigkeiten, aber insgesamt entstehen häufig neue Arbeitsplätze oder neue Tätigkeitsfelder. Besonders in Dienstleistungssektoren, in kreativen Berufen und in Bereichen mit hoher Komplexität steigt die Nachfrage nach Mensch UND Maschine.
Arbeiten, die sich auf bloße Wiederholung und Routine stützen, sind gefährdet. Dagegen gewinnen jene Tätigkeiten an Bedeutung, bei denen menschliche Urteilskraft, Kommunikation, Anpassungsfähigkeit oder kreative Problemlösung gefragt sind. Wer bereit ist, sich weiterzubilden und seine Kompetenzfelder zu erweitern, kann die neuen Chancen annehmen, zum Beispiel mit den innovativen Studiengängen Online Marketing B.A., Kommunikation und Medienmanagement B.A. oder Kommunikation und Content Creation B.A.
Analog zu früheren Digitalisierungsschüben entstehen auch durch KI neue Berufsbilder. Viele dieser Jobs verbinden technisches Know-how mit Kommunikationsfähigkeit, Kreativität oder Management: KI-gestützte Datenanalyse, digitale Inhalte, Beratung, Ethik & Compliance, KI-gestützte Services, interdisziplinäre Teamarbeit, etc.
KI kann Routinearbeit übernehmen, Prozesse beschleunigen, Fehler reduzieren, optimieren und kontrollieren – und damit Kapazitäten freisetzen für anspruchsvolle, wertschöpfende Tätigkeiten. Damit steigt nicht nur die Effizienz, sondern auch die Möglichkeit, neue Angebote zu schaffen, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln und das wirtschaftliche Wachstum zu fördern.
Als ich vor über 20 Jahren als Pressesprecher im Landtag Rheinland-Pfalz arbeitete, standen klassische Aufgaben an: Pressemitteilungen schreiben, Kontakte pflegen, Medienarbeit, Telefonate, Papierpost, gelegentliche Veranstaltungen, Schreiben und Layout von Flyern und Broschüren. Nach und nach kamen neue Aufgaben dazu: Online-Pressearbeit, Websites, Newsletter, Social Media, digitale Medienarbeit. Manches wurde automatisiert oder effizienter, manches neu erfunden. Kommunikation hat sich verändert. Das Ergebnis: Mehr Vielfalt, mehr Spezialisierung und insgesamt mehr Sinn für viele, die sich mit neuen Medien und neuen Formen von Kommunikation beschäftigten.
Ich habe erlebt, wie Kolleginnen und Kollegen neue Rollen übernahmen. Ich habe erlebt, wie ganz neue Aufgabenbereiche entstanden und wie sich das Selbstverständnis von „Arbeit“ erweiterte. Weg vom „nur Schreiben und Versenden“ hin zu „Gestalten, Kuratieren, Interagieren, Analysieren“.
Wir stehen am Beginn einer neuen Phase der digitalen Transformation. Wie bei früheren Umbrüchen gilt: Wer offen ist (für Veränderungen, Lernen und Umdenken) kann von KI profitieren. Wichtig ist:
Ich bin davon überzeugt: KI markiert keinen Endpunkt, sondern einen Wendepunkt. Einen Wendepunkt, der uns die Chance gibt, Arbeit neu zu denken – nicht als bloße Pflicht, sondern als Möglichkeit zur Kreativität, zur Entfaltung, zum Sinn.
Wenn wir uns dem Wandel mit Gestaltungswillen, Offenheit und Verantwortungsbewusstsein stellen, dann kann KI nicht nur Arbeit sichern, sondern sie kann sie bereichern. So bleibt der Mensch immer im Zentrum.

Professur für Medien, Kommunikation und Online Marketing
ist Professor für Medien, Kommunikation und Online Marketing an der SRH Fernhochschule - The Mobile University und Studiengangsleiter für:
Was verschwindet, sind Routinen. Was entsteht, sind neue Aufgaben, Rollen und Spezialisierungen. Arbeit wird neu zusammengesetzt, nicht abgeschafft.
Kreativität, Urteilskraft, Empathie und Verantwortung lassen sich nicht automatisieren. Die Bedeutung menschlicher Kompetenzen schrumpft nicht durch KI; sie wächst.
Aus „Pressearbeit“ wurde „Kommunikation 3.0“ mit einer Fülle neuer Rollen. KI wird dieselbe Dynamik auslösen, nur noch schneller.
KI ist kein Gegner, sondern ein Werkzeug. Wer lernt, mit KI zu arbeiten – in Analyse, Kreativität oder Strategie –, erhöht seine berufliche Relevanz.
Durch Automatisierung entsteht Raum für sinnvollere, hochwertigere Tätigkeiten. KI kann uns von „Arbeitslast“ befreien und hin zu „Arbeitswert“ führen.
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