Besonders bereichernd empfinde ich den interdisziplinären Austausch innerhalb des Studiengangs
Mit dem erfolgreichen Studium Physiotherapie B.Sc. verbindet Eugenie Weigel moderne, patientenzentrierte Therapie mit wissenschaftlicher Kompetenz und eröffnet sich vielfältige Perspektiven in Praxis, Lehre oder Forschung und persönliche Entwicklung.
Eugenie, was war Ihre Motivation, den Bachelor Physiotherapie an der SRH Fernhochschule zu studieren?
Die Physiotherapie ist für mich nicht nur ein Beruf, sondern vielmehr eine Berufung und Passion. Diese verfolge ich mit der Neugierde eines Kleinkindes – unersättlich und voller Entdeckerfreude.
Nach meiner Ausbildung zur staatlich geprüften Physiotherapeutin habe ich mit großer Begeisterung therapeutisch gearbeitet und durfte bereits vielfältige Erfahrungen in der Behandlung orthopädischer und neurologischer Patienten sammeln. Besonders geprägt hat mich jedoch mein eigener gesundheitlicher Weg. Durch persönliche Krisen und neurologische Erkrankungen habe ich gelernt, den Menschen nicht nur anhand seiner Diagnose zu betrachten, sondern ihn ganzheitlich wahrzunehmen.
Der Bachelor-Studiengang Therapiewissenschaften ermöglicht mir, therapeutisches Handeln wissenschaftlich zu hinterfragen, evidenzbasiert zu arbeiten und mich fachlich wie persönlich weiterzuentwickeln.
Mein Ziel ist es, moderne, patientenzentrierte Therapie mit wissenschaftlicher Kompetenz zu verbinden und dadurch langfristig einen nachhaltigen Beitrag im Gesundheitswesen zu leisten.
Was hat Ihnen am Studium besonders gut gefallen?
Besonders gefällt mir die Verbindung aus Wissenschaft, Praxis und persönlicher Weiterentwicklung. Das Studium eröffnet neue Perspektiven auf therapeutische Prozesse und stärkt die Fähigkeit, therapeutische Ansätze kritisch zu hinterfragen und evidenzbasiert zu betrachten.
Ich liebe es, hinter die Kulissen zu blicken, meinen Horizont zu erweitern und Fragen zu stellen. Viele Dinge, die man im Praxisalltag intuitiv wahrnimmt oder beobachtet, kann ich nun auch wissenschaftlich einordnen und begründen.
Besonders bereichernd empfinde ich den interdisziplinären Austausch innerhalb des Studiengangs. Im Studiengang Therapiewissenschaften treffen unterschiedlichste Berufsgruppen aufeinander – von Physiotherapeuten über Ergotherapeuten bis hin zu Logopäden.
Gerade dieser „bunte Haufen“ macht das Studium für mich so besonders. Trotz unterschiedlicher Fachrichtungen verfolgt uns alle das gleiche Ziel: Menschen bestmöglich zu helfen und Therapie ganzheitlich zu verstehen.
Vor allem bei Hausarbeiten oder Einsendeaufgaben unterstützen wir uns gegenseitig, tauschen Perspektiven aus und lösen Probleme oft gemeinsam im Kollektiv. Dadurch lernt man nicht nur fachlich unglaublich viel voneinander, sondern entwickelt auch ein stärkeres Verständnis für die Arbeit anderer therapeutischer Berufsgruppen.
Genau dieses Miteinander macht das Studium für mich so menschlich und wertvoll.
Worüber geht Ihre Bachelor-Thesis?
In meiner Bachelorarbeit beschäftige ich mich mit der hereditären motorisch-sensiblen Neuropathie (HMSN), einer genetisch bedingten neurologischen Erkrankung, die bis heute noch vergleichsweise wenig Aufmerksamkeit in Forschung und Versorgung erhält. Da ich selbst betroffen bin, liegt mir dieses Thema besonders am Herzen.
Ich kann nicht nur aus wissenschaftlicher Perspektive auf die Erkrankung blicken, sondern auch aus erster Hand beschreiben, wie sich HMSN im Alltag anfühlt, welche körperlichen und psychischen Herausforderungen Betroffene bewältigen müssen und welche Auswirkungen die Erkrankung auf Lebensqualität, Selbstbild und soziale Teilhabe haben kann. Gerade diese Kombination aus persönlicher Erfahrung und therapeutisch-wissenschaftlichem Hintergrund ermöglicht mir einen sehr tiefen und authentischen Zugang zum Thema.
Besonders motiviert mich der Gedanke, dass wissenschaftliche Arbeit nicht nur theoretisches Wissen schaffen kann, sondern im besten Fall echten Menschen hilft.
Wenn meine Bachelorarbeit dazu beitragen kann, das Verständnis für diese Erkrankung zu erweitern oder Betroffenen eine Stimme zu geben, wäre das für mich von großer Bedeutung.
Was sind Ihre beruflichen Pläne?
Da ich ein Mensch bin, der sich für viele unterschiedliche Bereiche begeistert, kann ich mir nur schwer vorstellen, langfristig ausschließlich in einem einzigen Berufsfeld tätig zu sein. Gerade die Vielseitigkeit im Gesundheitswesen fasziniert mich sehr. Deshalb möchte ich mich sowohl fachlich als auch persönlich kontinuierlich weiterentwickeln und offen für neue Wege bleiben.
Die praktische Arbeit als Physiotherapeutin möchte ich dabei auf keinen Fall missen, denn der direkte Kontakt mit Menschen und die Möglichkeit, Patienten aktiv auf ihrem Weg zu begleiten, erfüllen mich sehr. Gleichzeitig interessieren mich wissenschaftliches Arbeiten und Forschung – insbesondere im neurologischen Bereich. Durch meine eigene Geschichte und meine Erkrankung ist in mir der Wunsch entstanden, langfristig selbst wissenschaftlich tätig zu werden und möglicherweise einen Beitrag zur neurologischen Forschung zu leisten.
Deshalb kann ich mir gut vorstellen, nach dem Bachelor auch einen Masterabschluss anzustreben und später eventuell zu promovieren. Mich reizt besonders die Möglichkeit, wissenschaftliche Erkenntnisse mit praktischer Therapie zu verbinden und aktiv an der Weiterentwicklung moderner Behandlungskonzepte mitzuwirken.
Auch eine Tätigkeit im Bereich Lehre oder als Dozentin kann ich mir gut vorstellen. Wissen weiterzugeben, Menschen zu inspirieren und gemeinsam neue Perspektiven zu entwickeln, empfinde ich als etwas sehr Wertvolles.
Vor allem aber möchte ich niemals aufhören zu lernen. Für mich bedeutet Bildung nicht nur beruflichen Fortschritt, sondern auch persönliches Wachstum.
Besonders interessieren mich ganzheitliche Gesundheitskonzepte, die Körper und Psyche nicht getrennt voneinander betrachten. Ich finde es spannend, unterschiedliche Ansätze miteinander zu verbinden und dadurch den Menschen als Ganzes besser zu verstehen.
Haben Sie Tipps für ein erfolgreiches Studium (Lernen, Zeiteinteilung etc.)?
Ein erfolgreiches Studium bedeutet für mich nicht Perfektion, sondern Kontinuität. Gerade neben Beruf und privaten Verpflichtungen ist eine gute Struktur entscheidend. Mir hilft es, Lerninhalte frühzeitig in kleine Abschnitte aufzuteilen und regelmäßig, statt kurzfristig zu lernen.
Außerdem finde ich es wichtig, neugierig zu bleiben und Inhalte nicht nur auswendig zu lernen, sondern wirklich verstehen zu wollen. Gleichzeitig sollte man sich selbst auch Pausen erlauben und akzeptieren, dass nicht immer alles perfekt laufen muss.
Motivation entsteht oft dann, wenn man sich bewusst macht, warum man diesen Weg ursprünglich begonnen hat.