Alumni-Portrait

Christina Renz ist selbstständige Ernährungsberaterin und Ernährungswissenschaftlerin (B.Sc.) mit Spezialisierung auf Frauen in den Wechseljahren. Unter ihrem eigenen Namen begleitet sie Frauen zwischen 40 und 60 dabei, ihren Körper in einer Lebensphase, die noch immer zu wenig Aufmerksamkeit bekommt und viele allein zurücklässt, besser zu verstehen und Ernährung als echte Ressource zu nutzen. Ohne Verbote, ohne Kalorienzählen, ohne Druck.
Ihr Weg dorthin war alles andere als geradlinig – und genau das macht ihn so besonders. Christina studierte zunächst Sozialarbeit und arbeitete anschließend zehn Jahre lang mit psychisch erkrankten Menschen. Die Arbeit forderte viel – emotional wie menschlich. Und doch ließ ein Wunsch Christina nie los, der mit den Jahren immer lauter wurde: Ernährungswissenschaften zu studieren. Mit Ende 30 erfüllte sie sich diesen Traum und begann ihr Studium der Ernährungswissenschaft und Prävention an der SRH Fernhochschule.
Heute führt sie ihre eigene Ernährungsberatungspraxis, bietet Ernährungsberatung und -therapie für Frauen in den Wechseljahren an und gibt Workshops und Vorträge für Unternehmen und Privatpersonen. Ihre Bachelorarbeit, in der sie 240 Frauen zu Ernährungsgewohnheiten und Wechseljahresbeschwerden befragte, hat sie als Preprint veröffentlicht – weil sie überzeugt ist, dass wissenschaftliche Erkenntnisse dort ankommen müssen, wo sie gebraucht werden: im Alltag der Frauen.
Ihr Hintergrund in der Sozialarbeit ist dabei kein Umweg. Er ist ihr größtes Plus. Zuhören, Menschen dort abholen, wo sie wirklich stehen, Veränderungsprozesse begleiten. Ihre Beratungserfahrung aus der Sozialarbeit bringt sie heute jeden Tag in ihre Ernährungsberatung mit ein.
Privat lebt Christina mit ihrem Mann und ihren zwei Katzen in Frankfurt, verbringt gerne Zeit in der Natur in ihrem Garten oder am Wandern und fliegt besonders im Winter gern in die Wärme.
Wer noch mehr Einblicke in Christinas Entscheidung für die Selbständigkeit erlangen möchte, darf sich gerne auch ihre Folge im Podcast “Coffee & Credits” anhören. Zusätzlich hat Christina ihr Wissen zum Thema “Ernährung in den Wechseljahren” mit unserer Alumni-Community in einem SRH Alumni-Impuls geteilt. Viel Spaß beim Hören und Lesen…
5 Fragen an Christina Renz
Inwiefern profitierst Du in Deiner heutigen Position von Deinem Studium an der SRH Fernhochschule?
Gerade in meiner Nische, in der so viele Mythen und Halbwahrheiten kursieren, und Klientinnen oft verunsichert sind, ist evidenzbasiertes Ernährungswissen enorm wichtig. Hinzu kommt, dass Ernährungsberater:in kein geschützter Beruf ist. Das Studium hat mir das ernährungswissenschaftliche Fundament gegeben, auf dem mein heutiger Beruf aufbaut. Meine Klientinnen vertrauen mir – auch wegen meines akademischen Studiums sowie der damit zusammenhängenden Krankenkassenanerkennung.
Wie hast Du Dich während des Fernstudiums organisiert und in schwierigeren Phasen motiviert „am Ball zu bleiben“?
Ich bin von Grund auf recht diszipliniert und lerne gern – was manche Menschen durchaus komisch finden. Außerdem hatte ich einen sehr klaren inneren Antrieb – ich wollte diesen Weg wirklich. Nicht ohne Grund habe ich den Weg mit Ende 30 noch einmal gewählt. Das hat mich auch in schwierigen Phasen getragen. Fernstudium bedeutet viel Selbstverantwortung, aber auch viel Freiheit. Ich habe gelernt, mir feste Lernzeiten zu blocken, Prioritäten zu setzen und mir auch mal zu erlauben, nicht perfekt zu sein. Der Blick auf mein großes Ziel mir hierbei immer geholfen.
Wie war der Kontakt zu Deinen Kommiliton:innen und habt Ihr Euch beispielsweise zur Klausurvorbereitung gegenseitig unterstützt?
Die Präsenzphasen waren für mich echte Energiequellen. Ich habe Menschen kennengelernt, die ähnliche Wege gehen und ähnliche Zweifel kennen – und mich hierdurch weniger allein gefühlt. Der Austausch mit den Kommiliton:innen war oft genauso wertvoll wie der Unterricht selbst. Zur Klausurvorbereitung haben wir Lerngruppen gebildet - das hat nicht nur fachlich, sondern auch menschlich sehr viel gebracht.
Gab es Professor:innen oder Fachdozent:innen, die Dir besonders in Erinnerung geblieben sind und wenn ja, warum?
Frau Prof. Dr. Bianca Müller ist mir besonders in Erinnerung geblieben. Sie war immer ansprechbar, hat uns Studierende wirklich unterstützt und ich habe mich bei ihr gut aufgehoben gefühlt. Gerade im Fernstudium, wo man vieles allein stemmt, bedeutet so eine verlässliche Ansprechpartnerin wirklich viel.
Welche Karrieretipps würdest Du unseren heutigen Studierenden mit auf den Weg geben?
Trau dich, deinen Weg zu gehen. Du bist nie zu alt, neu anzufangen. Und: Dein bisheriger Lebensweg ist kein Umweg. Er ist dein größtes Alleinstellungsmerkmal. Bring ihn mit und binde ihn in deinen neuen Beruf mit ein, denn er macht dich einzigartig.